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Peer Arbeit: Wie Betroffene zu Beteiligten werden

Partizipation und die Einbindung von Betroffenen werden in der Arbeit mit von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffenen Menschen immer mehr zu zentralen Begriffen. Träger und Organisationen im Kontext Betroffenheit von Wohnungslosigkeit wollen nicht mehr über Adressat*innen sprechen und für sie entscheiden, sondern sie miteinbeziehen und teilhaben lassen. Peer-Arbeit geht dabei noch einen Schritt weiter. In der Peer-Arbeit werden (ehemalige) Adressat*innen zum Teil des Teams und unterstützen Betroffene mittels reflektiertem Erfahrungswissen. Das Erfahrungswissen von Menschen, die Wohnungslosigkeit und/oder Obdachlosigkeit erlebt haben, kann in keiner Ausbildung gelernt werden und ist daher eine gute Ergänzung zum Fachwissen in bestehenden Teams.

Peer Arbeit

Peer Arbeit bei lilawohnt

Die Ausbildung zur Peer-Mitarbeiterin* ist für volljährige Personen, die sich als weiblich* identifizieren (das vereinsinterne Verständnis von Geschlecht ist nicht binär) und die von Marginalisierung, Existenzbedrohung und Wohnungslosigkeit betroffen sind oder waren. Gewalt ist im Kontext der Peer-Ausbildung vor allem im Sinne von struktureller Gewalt zu verstehen. Aufgrund ihrer Marginalisierung haben viele Frauen* aber zudem Erfahrung mit physischer, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt, häufig im Kontext häuslicher Gewalt.

Die Ausbildung ist für Frauen*

  • FRAUEN*TREFF: einmal monatlich veranstaltet Peer Mitarbeiterin Bianca Workshops zu Themen wie: Wie nutze ich google maps und finde mich in Innsbruck zurecht? Wie nutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel und welche APPS helfen mir dabei?
  • Beteiligungsprozess der Stadt Innsbruck: Peer Mitarbeiterin Bianca bringt sich als Peer in den Prozess ein und nimmt an allen Workshops teil um den Prozess um eine Betroffenenperspektive zu erweitern.
  • Workshops und Öffentlichkeitsarbeit: Peer Mitarbeiterin Bianca spricht im Rahmen von öffentlichen Aktionen darüber, was es bedeutet von Wohnungslosigkeit betroffen zu sein und über Peer Arbeit. Zudem entwickelt Bianca gerade einen Podcast, bei dem sie mit Frauen*, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, spricht.
  • Inhaltliche Weiterentwicklung: Als Peer bietet Bianca einen reflexiven Blick auf Konzepte und Fragestellungen in der praktischen Arbeit.
Frauen* in akuten psychischen und existentiellen Krisen können nicht an der Ausbildung teilnehmen.

Prinzipien der Peerarbeit

  • Die Basis der Peer-Arbeit ist Vertrauen, Akzeptanz, Verständnis und Empathie
  • Peers geben Hoffnung und sind Inspiration für Betroffene
  • Peers haben eine Vorbildfunktion
Peer Arbeit